Was mir beim „Koralm Trail Running Event“ gefällt: das Flair eines Laufvereins als Veranstalter, die kurze Anreise, die überwiegend laufbare und wenig technische Strecke, die Distanz von 58 km, das Höhenprofil der 2.700 Höhenmeter, welche überwiegend in der ersten Hälfte zu bewältigen sind und das Panorama.

Obwohl ich mich bei meinem ersten Start 2022 ganz am Schluss noch ein paar Kilometer verlaufen bin und es vergangenes Jahr sehr heiß war: ich habe die Läufe durchwegs positiv in Erinnerung.
Mit diesem Mindset und der Taktik aus dem Vorjahr (das erste Drittel bis zur Weinebene betont verhalten bergauf, den restlichen Anstieg auf den Speikkogel möglichst durchlaufen und die restlichen, meist fallenden, knapp 25 km Tempo machen) ging es um 5.30 Uhr los. Es war zwar gefühlt nicht so warm wie im Vorjahr, 18 Grad um diese Uhrzeit deuteten aber auf einen sehr warmen Tag hin.

Spoiler: Mindset ist gut, aber es kam komplett anders…

Nachdem sich der spätere Sieger Bernhard Ortner gleich absetze, bildete ich die rund ersten 15km mit drei anderen Läufern das Verfolgerfeld. Danach hat es auch unsere Gruppe zerbröselt und ich lief am zweiten und etwas später am dritten Platz. Aber bereits um km 20 kündigte sich ein Krampf in meiner linken Wade an – unüblich früh, zumal diese Distanz als erweiterte Hausrunde durchgehen würde. Ob die zwei letzten Tage vor dem Lauf (ich habe schlecht geschlafen und fühlte mich auch beim Aufstehen am Bewerbstag richt matt) damit zu tun hatten…?


Am Speikkogel – mit 2.140m der höchste Punkt – war ich schon sehr – wie man unter Läufern sagt – „angeschossen“ und der Anstieg gab mir den Rest: nach einem Tritt gegen einen Stein machte ich eine falsche Bewegung, in beiden Waden fuhr ein Krampf ein und ich kam zu Sturz. Zum Glück an einer eher flacheren und technischen Passage, weshalb ich nicht so schnell unterwegs war. Bis auf den rechten Mittelfinger (nicht gebrochen, aber die nächsten Tage sicher beleidigt) ging es gut aus. Am Boden blieb ich wegen der Krämpfe zwangsweise trotzdem kurz liegen.
Selbige Szene 15′ später. Diesmal die rechte Wade und Sturz auf die linke Seite – auch nur Abschürfungen – Alles gut.
Aus diesem Grund lief ich zwangsweise mit festgezogener Handbremse weiter, um das Glück nicht zu sehr zu fordern. Nachdem der trailige Teil des Abstieges hinter mir war, fand ich auf der Forststraße wieder meinen Rhythmus und bin 10km immerhin um 4:45/km gelaufen.
Die letzten zehn Kilometer waren dann aber wirklich ein Qual: bergauf ging mein Puls auch beim Gehen nicht unter 160 und am Ende musste ich sogar alle gut 200m gehen.
Anscheinend ging es vielen anderen Läufern nicht viel besser: Im Ziel war ich (nach dem obligatorischen Verlaufen mit zwei anderen Läufern im letzten Viertel) nach 8:29:58, was immerhin für den Gesamt 5. Platz reichte.

Top-10:
- 1.) Bernhard Ortner, 6:08:17
- 2.) Stefan Gschiel, 7:24:04
- 3.) Felix Krüger, 8:04:40
- 4.) Hannes Lattacher, 8:18:37
- 5.) Alexadner Mai, 8:29:58
- 6.) Simon Wieser, 8:36:12
- 7.) Christian Götzl, 8:52:00
- 8.) Andreas Wilscher, 8:59:00
- 9.) Christoph Großmann, 9:00:55
- 10.) Wolfgang Kölli, 9:08:24
Conclusio: Schlechte Tagesform, Appetitlosigkeit bzw. zu wenig Nahrung zugeführt, bei der Schuhwahl (leichterer S/Lab Sense statt stabilerer S/Lab Ultra) zu hoch gepokert. Trotzdem happy überhaupt gefinisht zu haben und noch dazu vorne im Ranking zu sein.
Die nächsten Tage werde ich mich schönen, zumal ich am Abend mit Schwindel, Schüttelfrost und einer „Läuferhämaturie“ bedient war…
Für Nurds:
- 4 Gels, 1 Banane, Solletis, eine Handvoll Kartoffeln
- 149 Durchschnitts-Puls
- 149 Durchschnitts-Puls
- 5,0 l Flüssigkeit
- Schuhe: Schuhe: Salomon „S/Lab Sense 8“ (Noppen 3mm, Sprengung 4mm, Gewicht 195g)
- Rucksack: Dynafit Sky 3
- Uhr: Garmin Fenix 6 Pro
