Nachdem ich beim Semmering Adventure Trailrun über die 6 Stunden 2021 und 2022 als Erster durchs Ziel gelaufen bin (nachdem es sich um einen Rundkurs auf Zeit handelt, genau genommen am meisten Runden gelaufen bin), war das Ziel zumindest nicht nur locker auf Genuss zu laufen. Meine Erwartungen habe ich trotzdem etwas runtergeschraubt, weil ich im Vergleich zu damals doch etwas mehr Gewicht auf die Waage bringe und die neue Strecke mir etwas weniger entgegen kommt: der Rundkurs sollte mit seinen 4,1 km und 259 Hm zwar gut laufbar sein, jedoch aufgeteilt auf einen kontinuierlichen Anstieg über 3 km und einem Abstieg über nur 1 km, der dementsprechend steil sein müsse.
Mein Plan war recht einfach: die erste Runde betont verhalten – aber mit hoffentlich Blickkontakt zum Führenden – zu laufen und danach, wenn möglich, einen Rhythmus und ein Tempo gefunden zu haben, welches ich zumindest vier Stunden halten kann, sowie bewusst regelmäßig zu trinken und meine Gels zuzuführen.

Start war um 10.30 Uhr bei kühlen 7 Grad. Niederschlag war auch am dritten Tag in Folge nicht zu erwarten. Ich würde meinen, dass technische Abschnitte nicht meine Stärke sind und mir der trockenen Untergrund daher sehr entgegen kommt.
Die erste Runde lief ich gemeinsam mit Wolfgang Kölli, dem Drittplatzierten von 2022 gemeinsam. Eigentlich sollte er mir kein Kopfzrbrechen machen, aber er ist gerade auf den langen Strecken daheim (siehe Standard-Artikel über seine Teilnahme beim „Western State“, worüber er auch ein Buch geschrieben hat) und deswegen immer für eine Überraschung gut. Ende der zweiten Runde konnte ich mich eine knappe Minute absetzten und wollte unbedingt aus seinem Blickfeld kommen. Ich lief die dritte Runde somit annähernd gleich flott und habe auch die Labe ausgelassen. Wie ich ganz leise die Anmoderation seines Einlaufes hörte, war ich bereits zwei Minuten voraus und führte das Feld an.
Die weiteren Runden lief ich dann recht einsam, wobei ich ab der sechsten Runde merke, wie meine Oberschenkel abbauten. In der siebenten Runde hatte ich dann ein kurzes Aha-Erlebnis: Frank Huzij, ein Ultra-Spezialist (20. in seiner Altersgruppe beim UTMB, der informellen Ultra-WM und eine andere Liga im Vergleich zu mir) lief auf mich auf und machte mir einen derart lockeren Eindruck, dass ich gar nicht auf die Idee kam, zu parieren. Nachdem meine Beine auch nicht lockerer geworden sind, spulte ich die letzten zwei Runden an sicherer zweite Stelle ab und beendete den Lauf nach neun Runden bzw. 36,6 km mit 2.285 Hm (laut meiner Uhr) in einer Zeit von 5:07:33.
| Runde | Laufen | Labe |
|---|---|---|
| 1 | 29:54 | |
| 2 | 30:54 | 026 |
| 3 | 30:37 | 0:18 |
| 4 | 30:51 | |
| 5 | 33:33 | 0:34 |
| 6 | 34:33 | 1:21 |
| 7 | 35:57 | 1:34 |
| 8 | 36:24 | 1:51 |
| 9 | 38:42 |
| Rang | Name | Runden | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Frank Huzij | 10 | 5:31:26 |
| 2 | Alexander Mai | 9 | 5:07:33 |
| 3 | Wolfgang Kölli | 9 | 5:25:04 |

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