Meine Teilnahme beim „Koralm Trail Running Event“ im vergangenen Jahr verlief nicht ganz so nach Plan: nachdem ich es etwas zu flott angegangen bin, musste ich bergab leiden und kam dann kurz vorm Ziel auch noch aus Versehen auf die kürzere Strecke, was einen Umweg von rund sechs Kilometer mit einigen Höhenmeter bedeutete. Trotzdem blieb die Veranstaltung ausschließlich in positiver Erinnerung: familiäres Flair, ein sehr bemühtes Organisations-Team, eine Strecke mit niedrigen Asphalt-Anteil und genialen Ausblicken, mit 59km und 2.700HM ein Umfang, welcher mir eigentlich gut liegt sowie eine kurze Anreise – was bei einer Startzeit von 5.30 Uhr aber immer noch eine kurze Nacht bedeutet…
Mit drei Vorhaben im Kopf ging es somit los: nicht zu schnell angehen (möglichst lange im Bereich um 150 Puls bw. gerade in der ersten Hälfte möglichst selten über 170 Puls), viel Lockerheit in den Lauf zu legen (daher fiel meine Wahl der Schuhe auf den etwas schwereren, aber umso komfortableren „Salomon S/Lab Ultra 2„, statt dem „Sense Ultra“) und gegen Ende nicht zu verlaufen 🙂
Beim Start hatte es bereits 20 Grad und eine Prognose mit einer Höchsttemperatur von 34 Grad. Ein Grund mehr, es sehr verhalten anzugehen. Nach dem ersten Anstieg Richtung Trahütten, rund 600Hm, waren bereits um die 15 Läufer vor mir, was für mich wirklich ungewoht ist, zumal ich auch nicht wirktlich gedrödelt habe. Entweder waren die wirklich so richtig gut drauf oder ich in schlechter Form. Bei der ersten Labe bei km 12 bin ich jedenfalls auf fünf Läufer aufgelaufen, habe nur das Nötigste ausgefasst um den Anschluss nicht zu verlieren und schliesslich vier davon auf den Anstief auf die Weinenede zu überholen. Obwohl mir die Platzierung an diesem Tag eigentlich egal war und ich zu diesem Zeitpunkt auch keinen Überblick mehr hatte, fühlte es sich sehr gut an.



Am Speikkogel – mit 2.140m der höchste Punkt – ging es nahezu stätig flach oder abwärts weiter (bis auf zwei Anstiege mit zusammen rund 600Hm gegen Ende). Durch die Höhe war die Wärme halbwegs erträglich und meine Beine fühlten sich richtig gut an. Auf den Trails ging ich es noch vorsichtig an; bei den Forststraßen ging dafür immer ein Pace um 4:45/km, was ausreichend war, vier weitere Läufer zu überholen. Die letzen zwei Stunden war ich bereits unter 1.000m und die Sonne knallte so richtig runter. Trotzdem hatte ich die ganze Zeit eine positive Grundstimmung (das Vorhaben mit Lockerheit und angezogener Handbremse zu beginnen ging voll auf) und konnte drei Km vor dem Ziel durch Auslassen der letzten Labe noch einen Läufer abschütteln.
Im Ziel war ich nach 7:51:16, was für den gesamt 5. Platz bzw. 1. Platz in meiner Altersgruppe* reichte.

* die Altersgruppe nennt sich dort nicht „Masters“, sondern „Senioren M45“ (!!!)
- Schuhe: Salomon S/Lab Ultra 2
- Rucksack: Dynafit Sky 3
- Uhr: Garmin Fenix 6 Pro
Fotos: 1-3: Koralm Trailrunning Club