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„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“, Emil Zátopek


Hochkönigman

obligatorische Kontrolle der Pflichtausrstung

Mit schlechten Vorzeichen bin ich nach Maria Alm angereist: wegen einer Verkhlung im Jnner und der Entzndung meiner rechten Achillessehne ab Feber waren die Umfnge im ersten Halbjahr nicht so berauschend und mein Ziel „gscheit durchkommen“ auch nicht so hoch gesteckt. Durch den spten Schneefall war an ein Belaufen von Teilen der blichen Strecke nicht zu denken. So wurde kurzerhand die Strecke gendert, wobei die Umfnge (84km mit 5.300Hm) nahezu gleich blieben. Den Lauf selbst kann ich in drei Teilen recht gut beschreiben: „finster, nass und rutschig“, „Selbstmitleid“ und „der Mann mit dem Hammer“. Um die Dramaturgie nicht an die Spitze zu treiben aber gleich vorweg – es ging gut aus 🙂

Schummelzettel wie in alten Zeiten

Start war um Mitternacht in Maria Alm. Die erste kleine Runde (23km, 1.328Hm) ging ber den Massingsattel und die Stabler Au wieder zurck zum Start, wo ich nach 3:06 angekommen bin. Die erste Stunde hat es leicht geregnet, was die Trails im Wald mit ihren vielen Wurzeln und Almen so richtig rutschig machte. Ich mag es weder, wenn es nass ist, noch mag ich Wurzeln und in der Nacht laufen liegt mir auch nicht so. Was ich aber noch weniger mag ist, wenn mir beim bersteigen eines Weidezaunes
in der Dunkelheit aus dem Nichts 10.000 Volt einfahren (was noch dazu kommt ist die empfindliche Eintrittsstelle…). Meinen Vorsatz, bei der Labe in Rohrmoos (km 12) wenig zu trdeln, habe ich umgesetzt und bin auch recht zgig bei der zweiten Labe in Maria in die nchste grere Runde gestartet. Bis zum Massingsattel liefen wir auf der selben Strecke (das macht es noch schlimmer, dass ich an der selben Stelle wieder einen Stromschlag bekam) und kamen auf die groe Runde ber den Dientner Sattel, Hintermoos und Abergalm.

Bei der Labe in Hinterthal (km 35, 2.078Hm) war ich richtig guter Dinge und habe mich fit fr den Tag bzw. Aufstieg auf den Dientner Sattel gemacht: Speicher und Proviant aufgefllt, Socken und Handschuhe gewechselt und die Kapuze rbergezogen. Der Tagesanbruch hat die Temperaturen noch einmal ordentlich gedrckt. ber den Sattel bis zur groen Labe im Tal war es richtig hart. Ab 1.500m wurde es immer weier und ganz oben waren Schneefelder ber mehrere Kilometer zu berqueren. Teilweise schrge Hnge wo ich nur sehr schwer Halt fand und nur wenig weiter ging. Die nchsten drei Stunden schlugen sich sehr auf meine Stimmung. Ich hasste den Schnee, ich hasste die umgestrzten Bume. Auf einen Baum kam ich zwar rauf, aber erst beim dritten Versuch runter, weil sich ein erster Krampf angekndigt hat. Oben angekommen (46,7km, 2.930Hm, 7:31) ging es nicht weniger leicht runter: Schnee, Bume, Matsch… In Dienten (56,6km, 3.380Hm, 9:14) war ich schon sehr geschlaucht und lies mir etwas mehr Zeit und habe mir noch zustzlich schnell ein Becherl Backerbsensuppe reingezogen, nochmal die Socken und diesmal auch das Shirt getauscht..

Vor mir lag mit knapp 1.900m noch der letzte, groe Anstieg auf die Abergalm. Als ich erfuhr, dass es hier ausschlielich die Forststrae entlang ging, kam auch meine Motivation zurck. Es ging vergleichsweise flott hinauf und ich konnte ber die
1:43 auch ein paar Pltze gut machen. Der letzte groe Abstieg war dann aber doch nicht so leicht wie erhofft: wieder viele Trails und meine Freunde die Schneefelder. Meine Beine waren wirklich am Limit und ich hatte groe Mhe, bei steileren Abschnitten nicht unkontrolliert zu schnell zu werden.

… Zwei km vor Maria Alm (wo es vor zwei ber die Bundesstrae direkt ins Ziel ging) war diesmal noch der Natrun hinauf zu laufen. Zwar nur knappe 250Hm, aber zu diesem Zeitpunkt eine Herausforderung. Ich entschied mich, auch wenn das Risiko bestand nicht mehr hoch zu kommen, vorher noch drei, vier Minuten hin zu setzen, da ich ohne Pause sicher die dreifache Zeit hinauf bentigt htte.

Ich nenne die Serie „der Verfall“: die Kilometerangaben knnten auch zum Alter passen 🙂

km 35
km 56
km 76

Im Ziel war ich dann nach 15:05:39 was fr den Gesamt 55. Rang und somit das erste Drittel aller Starter gereicht hat. Damit bin ich mehr als zufrieden, zumal ich vor zwei Jahren (bei anderem Streckenverlauf aber fr mich gnstigeren Bedingungen) 1:23 lnger gebraucht habe.