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„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“, Emil Zátopek


Hochkönigman

Der Hochknigman zhlt mit seinen 84 km und 4.900 Hm zur Klasse der „Endurance Trails“, wo im Rahmen dieser Veranstaltung auch zwei krzere Varianten („Speed-Trail“ mit 23,5 km mit 1.400 Hm sowie „Marathon-Trail“ mit 47 km mit 2.750 Hm) angeboten werden. ber die lange Distanz wurden gleichzeitig auch die sterreichischen Meisterschaften ausgetragen; dementsprechend stark war auch das TeilnehmerInnenfeld, was mich an diesem Tag nur wenig berhrte, weil mein Ziel nach der Aufgabe im Vorjahr beim GGUT es lediglich war, erstmal zu finishen, einen ordentlichen Lauf hinzulegen und dabei mglichst viel positive Eindrcke zu gewinnen. Angereist bin ich mit meinem Lauffreund Christian, welcher sich vornahm beim Speed-Trail in der Klasse „U50“ vorne mitzumischen (und das hat er mit dem zweiten Platz bzw. Gesamt 9. auch durchgezogen).

Zwei Stunden vor dem Start um Mitternacht hat es, teilweise auch stark, geregnet: Danach, also whrend des ganzen Bewerbes, sollte es den ganzen Tag ber trocken bleiben. Bis am frhen Nachmittag sogar sonnig. Gleich zu Beginn ging es recht knackig 300 Hm bergauf und teilweise ber nasse Wurzeln, sehr rutschig zur ersten Versorgungsstelle bei km 12 wieder runter. Teilweise war es durch die hngenden Wolken noch sehr feucht und durch die Brechung des Lichtes der Stirnlampe auch sehr unangenehm was die Sicht betrifft (aber das ist bei solchen Bewerben wirklich jammern auf sehr hohem Niveau). Beim nchsten Anstieg ber die Pichlalm zum Arthurhaus auf 1.500m lief ich dem Sonnenaufgang entgegen und war bei Halbzeit des Aufstieges ber der Wolkendecke. Der ganze Abschnitt – sowie auch der Abstieg hinunter nach Mhlbach – war technisch sehr einfach. Ich konnte meine Beine teilweise richtig locker und sparsam laufen lassen. Ich war noch recht frisch und nahm mir vor, beim fr mich ersten Kriterium, dem Aufstieg auf den Schneeberg (1.936m), es betont behutsam anzugehen. Ich war erst bei km 40 – es wre also viel zu frh, wenn das Lamperl der Tankuhr angehen wrde. Oben angekommen, die Sonne kleschte voll herunter und es war fr mich unangenehm warm, fhlte ich mich trotzdem noch immer sehr fit und war, berraschend frh zuversichtlich, den Bewerb gut zu beenden. Der Abstieg nach Dienten war technisch teilweise schon etwas anspruchsvoller. Im letzen Drittel davon bin ich auch etwas von der Strecke abgekommen, bin dadurch am falschen Ende von Dienten runtergekommen und hatte dadurch eine kleine Ehrenrunde von rund drei km. In Dienten war eine sehr groe Versorgungsstelle, wo auch meine Dropbox parat gelegen ist. Ich wechselte meine Socken und Shirt, fllte meine Flschchen mit meiner eigenen Nahrung auf und machte mich nach knappen zehn Minuten Pause weiter zum fr mich zweiten Kriterium: dem Anstieg Richtung Statzer Haus auf 2.117m.

Die erste Hlfte dieses Anstieges ging vergleichsweise locker was die Beine und auch den Kopf etrifft. Dann kam mir jeder weitere Bezugspunkt wie eine Marathondistanz vor: beim Blick vom Hochkasern auf 2.017 zum Statzer Haus bekam ich so einen richtigen Knax in mein Gemt. Ich verglich mehrmals das Hhenprofil weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es sich tatschlich um diese Entfernung handelte… Beim Statzer Haus angekommen war ich schon sehr gezeichnet. Mir war aber auch klar, dass es von nun an nur mehr der guten Ordnung halber weiter geht und nicht an der Kondition scheitern wrde. Unterschtzt habe ich die vielen kleinen Anstiege zur Schwalbenwand, welche noch ordentlich Kraft gekostet haben. Von dort weg aber ging es recht flott und mit einem verhltnismig lockeren Schritt Richtung Ziel in Maria Alm, welche mir auch durch die Begleitung zweier weiterer Lufer sehr kurzweilig vorkam. Kurz vor der Ortstafel von Maria Alm hat uns noch eine Familie mit Radler versorgt :-), bevor ich dann schlussendlich nach 16:28:32 im Ziel war.

Der Lauf war von A bis Z auf sehr hohem Niveau organisiert, die Strecke ist, obwohl Straen die groe Ausnahme sind, bis auf ein paar Stellen technisch wenig anspruchsvoll und das Panorama ein Wahnsinn. Ich kann diesen Lauf uneingeschrnkt empfehlen, wenn einem ein Ultra mit deutlich ber 100 km zu lange ist, wer nicht unbedingt im hochalpinen Gelnde auf allen vieren unterwegs sein will und wer auf einen von den Trails her hohen Laufanteil steht?