Vorweg: Das der Groglockner Ultra-Trail (kurz „GGUT“) kein Ponyhofrundgangerl sein wird, wusste ich schon im Vorfeld. Mit seinen 110km bzw. 6.500Hm spielt er ohnedies in der Oberliga mit. Lange und steile Aufstiege, Schneefelder und lange Strecken weit ber 2.500m machen ihn aber so richtig schwer. Dementsprechend gro war mein Respekt und auch meine Vorbereitungen.
Die Veranstaltung machte mir im Vorfeld – vom Internetauftritt bis zur Starterbesprechung – einen sehr wertigen und professionellen Eindruck. Die Wettervorhersage war bis zum Vortag sehr durchwachsen, wurde dann aber stndlich besser und der Regen sollte den ganzen Tag bis in die Nacht hinein nicht eintreten.
Die ersten zwei Stunden empfand ich den Lauf – obwohl technisch wenig anspruchsvoll – als sehr anstrengend. Irgendwie ging immer recht steil bergauf bzw. war in den Passagen dazwischen nur wenig Zeit zu regenerieren. Beim Abstieg nach Fusch ging es sehr rutschig zu und irgendwie lief es hier schon nicht so richtig nach Plan. Ich hatte zwar einen lockeren Schritt und auch ein gutes Tempo, empfand aber diesen ersten Anstieg schon als sehr anstrengend. Und das, obwohl beim ersten Halt in Ferleiten nicht einmal 20km mit rund guten 1.00hm am Tacho waren. Den Aufstieg auf die Pfandlscharte empfand ich als sehr zermrbend. Ich war zwar subjektiv flott unterwegs, trotzdem ging bei den Kilometern nix weiter; immer wieder sehr steile Passagen und lngere Schneefelder. Wenigstens war der Sonnenaufgang bei Halbzeit des Aufstieges ein einmaliges Erlebnis. Whrend des Abstieges zum Glocknerhaus (in den Beinen hatte ich knapp die Hlfte der Hhenmeter) merkte ich schon, dass ich vergleichsweise viel leerer war als sonst blich und gnnte mir eine ausgiebigere Verpflegung, um den weiteren Anstieg auf die Pfortscharte mglichst gut bewltigen zu knnen. Am Hhenprofil schaut dieser Anstieg wenig spektakulr aus, umso zermrbender war es, dass ich bis zur Pfoartscharte (mit 2.225m der hchste Punkt) weitere 2 1/2 Stunden brauchte. Der gemeinsame Abstieg mit zwei anderen Lufern ging so halbwegs, bis wir merkten, dass wir am falschen Weg waren. Es waren um die 800hm – oder umgerechnet zwei Stunden – welche wir wieder retour laufen mussten (Irgendwie bersahen wir das eine Fhnchen und liefen den Trail immer weiter, bis wir bei einer weiteren Gabelung merkten, dass dort keine Beschilderung war. Natrlich geht dieser Fehler auf unser eigenes Konto…).
Mit der Pflichtausrstung inkl. der vollen Trinkblase und Nahrung blieb knapp unter drei Kilo.
Irgendwo zwischen der Salmhtte und der Hlfte des Abstieges nach Kals entschloss ich mich, den Lauf bei der groen Labe in Kals zu beenden. Bis zur Pfoartscharte war ich noch guter Dinge, den Lauf (zwar ohne Reserven aber immerhin) eher finishen zu knnen als aufgeben zu mssen. Fr eine Extraschleife wre aber ziemlich sicher zu wenig an Leistung vorhanden gewesen bzw. war es nicht meine Absicht, einen Wandertag daraus zu machen und den restlichen fertig zu gehen (ausgegangen wre es sich auf jeden Fall, da ich in Kals ber fnf Stunden unter der Cut-Off-zeit war). Auch im Nachhinein ist es fr mich die richtige Entscheidung gewesen. Lufe dieser Art sind eben kein Sparziergang und das macht fr mich auch diesen Reiz aus, weil es eben nicht selbstverstndlich ist, dass man den Lauf nach der Ziellinie beendet 🙂




