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„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“, Emil Zátopek


Wörthersee-Trail-Maniak

Das Event: Das sogenannte Herzblut-Team mit und um Mario Schnherr von Trail-Maniak hat auch heuer wieder – bereits in der siebenten Auflage – sehr feine Tage in Prtschach aus dem Boden gestampft: die Organisation war tip-top und das Wetter hat auch seinen Teil dazu beigetragen (um die 20 Grad und trocken – fr mich perfekt). Das Briefing am Vortag knnte vielleicht noch etwas knackiger sein (aber durch die beginnende Nervositt kann es sowieso nie zu kurz sein), was aber wirklich schon jammern auf hohem Niveau ist… Dass bei Trail-Lufen relativ wenige Zuschauer entlang der Strecke anfeuern gehrt irgendwie dazu und macht vielleicht auch diesen Reiz aus – wem es fehlt, kann sich ohnedies fr Berlin anmelden. Das Gesamt-Paket war jedenfalls sehr stimmig und fr meinen Geschmack gelungen.

Die Strecke: Zur Auswahl standen vier Distanzen; ich entschied mich fr den Ultra. Ein Rundkurs gegen den Uhrzeiger um den Wrthersee mit Start und Ziel in Prtschach. Macht genau 60 km und durch die Hgel um den See (z.B. Pyramidenkogel) 1.686 Hm. Die Streckenfhrung finde ich selten gut gelungen. Asphalt ist nur dort, wo es nicht anders geht – sonst gehts genau nach meinem Geschmack meist ber wunderschne, technisch einfach und daher sehr flott laufbare Trails durch Wlder. Die vier Labestationen sind ausreichend bestckt und durch die ppig vorhandenen Markierungen kann mich sich nur sehr schwer verlaufen.

Der Lauf: Gleich zu Beginn geht es recht knackig hinauf. Thomas Bosnjak (sterreichischer Ausnahme-Traillufer) und Gabor Muhari aus Ungarn (Weltrekordhalter im 6-Stunden-Lauf) setzten sich gleich ab. Ich bilde das Ende des rund 15 kpfigen Verfolgerfeldes und habe die ersten drei km groe Mhe, den Anschluss zu finden. Das Tempo ist fr meinen Geschmack sehr hoch (hinauf ~ 5:15km, wenns flach ist trotz der Wurzeln um 4:30/km) und es wundert mich sehr, wie viele Mitstreiter dieses Tempo mitgehen. Bei km 5 werde ich aber schon etwas gelassener, nachdem einige Lufer das Tempo deutlich drosseln mssen und ich irgendwo unter den ersten Zehn liege. Ich ziehe jedenfalls meinen Plan durch: wenns flach ist 150 Puls, hinauf 160 und wenns sein muss dann – aber eben nur fr kurze Zeit – rauf auf 170. Die obligatorische Brezen habe ich bereits bei km 10 – aber zum Glck lande ich sehr weich und kann gleich weiter laufen.

Bei der vorletzten Kehre auf den Pyramidenkogel (km 25) kommen mir bereits die zwei Fhrenden entgegen. Oben angekommen, gnne ich mir nur eine kleine Strkung, um nicht den Anschluss an zwei andere Lufer zu verlieren, ehe es mit unter 4:15/km wieder runter geht. Im flachen Teil merke ich dann, dass meine Beine bereits sehr schwer sind und einen mden Eindruck machen. Normalerweise rechne ich mit diesem Gefhl erst zwei Stunden spter. Nachdem ich aber (auer richtig Gas geben und mglichst viel dabei genieen) kein Ziel habe, orientiere ich mich weiter am Puls… Die Belohnung kommt bei der Klagenfurter Seepromenade um km 40. Die Beine werden wieder spritziger und auch das Tempo stimmt. Bei der letzten Versorgungsstation (km 52,3) erfahre ich, dass ich erst der achte Lufer bin. Es dauert genau einen Wimpernschlag und mir ist klar, dass ein Platz unter den ersten Zehn realistisch ist und dass sogar eine Zeit unter sechs Stunden machbar ist. Ich bin motiviert, mache Druck und gebe die letzten acht km Gas. Ein leichter Dmpfer kommt allerdings kurz auf, als das letzte am Hhenprofil eingetragene Schupferl sich doch als richtig gscheiter Anstieg erweist. Egal – ich bin nach 5:54:22 als Gesamt 7. (3. in meiner Klasse) durchs Ziel und konnte auch noch viel von dieser beeindruckenden Kulisse aufsaugen…