Beeindruckend gute Organisation (z.B. Wegweiser vom Bahnhof zum Shuttlebus) und ein Rahmenprogramm was seinesgleichen sucht (z.B. Flugshow-Einlage ber den Starter-Block) schafften es dann doch, dass das Kribbeln im Bauch immer mehr wurde. Pnktlich um 13 Uhr wurden die rund 7.000 Starterinnen mit dem Ziel losgelassen, mglichst spt vom Catcher Car eingeholt zu werden. Dieses nahm die Verfolgung eine halbe Stunde nach Startschuss mit konstanten 15 km/h auf, welche danach alle 60 Minuten auf 16, 17, 20 und schlussendlich 35 km/h erhht wurden. Mein Ziel war klar definiert: ich wollte eine Distanz von mindestens 50km erlaufen, was einem Schnitt von 4:19/km entspricht und mir bei den vorherrschenden ueren Bedingen am Start (khle, feuchte Luft) zumindest theoretisch mglich erschien.
km 1-10: Die ersten paar hundert Meter waren etwas mhsam, weil sich in den vordersten Startblock (Marathonzielzeit von unter 3 Stunden) auch offensichtlich langsamere LuferInnen geschummelt haben und schnell im Weg waren. Ich konnte aber rechtzeitig von der Strae auf den Gehweg ausweichen und so vermeiden, im Stau stecken zu bleiben. Das Tempo der vorderen rund 30 Mitstreiter war von Beginn an mit 4:00/km und teilweise sogar darunter sehr hoch, zumal der Kurs durch die Stadt auch viele Kurven und leichte Wellen hatte. Ich fand aber gleich meinen Rhythmus und nachdem mein Puls stets klar unter 165 war lief auch ich dieses Tempo mit. Gegen km 5 teilte sich das Feld dann schon deutlich auf und ich versuchte, an eine Dreiergruppe ca. 300m vor mir aufzuschlieen – gemeinsam ist es dann doch leichter. Bei km 7 aufgeschlossen betrug mein Schnitt immer noch exakt 4:00/km mit einem Puls nur knapp ber 160. Daher entschloss ich mich recht schnell , von der Gruppe zu lsen und mein eigenes Tempo zu laufen, was sich im Nachhinein als absolut richtig erwies: Bei km 10 (Durchlaufzeit 39:51) betrug mein Vorsprung auf die bereits aufgesplitterte Gruppe eine gute halbe Minute. Ein gleich nach der ersten Labe auftretendes Bauchschneiden legte sich dann doch recht schnell, etwas nervs wurde ich aber doch…
km 11- Halbmarathon: Kaum war die Ortstafel von St. Plten vorbei kam der Wind – und einer alten Wettkampfregel zufolge klarerweise auch immer von vorne. Die sehr flache und teilweise sogar fallende Strecke kompensierte aber einigermaen den Gegenwind und so konnte ich meinen Puls bei gleichbleibenden Tempo unter 165 halten. Die Verpflegung verlief weiterhin sehr gut: ich nahm mir vor, bei jeder Labe so gut es ging – also zwei, drei Schluck – zu mir zu nehmen und bis km 15 ein eingestecktes Gel zu verdrcken. Die Probleme mit dem Magen spielten hier keine Rolle mehr und ich konnte mich wieder voll auf einen lockeren Schritt konzentrieren. Die Halbmarathon-Distanz durchlief ich bei 1:24:26.
Halbmarathon – Marathon: Dieser Streckenabschnitt erinnerte mich sehr an den Welschlauf. Und da meine ich leider nicht die Weinreben sondern die vielen kurzen und lngeren ansteigenden Passagen. Ich beobachtete regelmig meinen Puls und drosselte mein Tempo um gute 15 Sekunden/km. Mit meinem zweiten Gel, drei Bissen Banane und einem Becher Cola (diesmal nicht laufend sondern im schnellen Schritt um auch wirklich Volumen intus zu bekommen) holte ich mir noch einen Energieschub fr das letzte Drittel. Die Marathondistanz durchlief ich bei 2:57:25.
Marathon – km 51,27: Von da an war die Strecke so richtig schnell: flach, nahezu windstill und kaum Kurven. Obwohl meine Beine schon sehr litten war ich bei der Marathonmarke sehr zuversichtlich, den 50er zu knacken. Ich nahm Tempo raus (bzw. musste rausnehmen) und spulte mein Pflichtprogramm ab. Leider gab es ab km 40 statt Labe-Stationen nur mehr Radfahrer mit Verpflegung. Diese waren zwar sehr bemht und motivierend, hatten jedoch kein Cola oder Red Bull mit (htte zwar am Endergebnis nix gendert, wre aber mit etwas weniger Leiden gegangen). Bei km 48 wurde ich dann doch noch etwas nervs: im rechten Oberschenkel kndigte sich ein Krampf an und mir war nicht klar, ob mein Vorsprung zum Catcher Car gro genug ist, um auch mit schnellem Schritt zum 50er-Taferl zu kommen. Ich achtete auf jeden Schritt und durchlief dann doch noch recht locker die 50km bei 3:33:22. Danach wurde mit jedem Schritt das Sahnehubchen immer grer – die restlichen 1.270 Meter waren dann Genuss pur… den obligatorischen Schluss-Sprint gegen das Catcher-Car lie ich mir dann natrlich auch nicht nehmen und beendete den Lauf nach 3:39:44 und 51,27km als Gesamt 13.
Gegenwind und kleinere Anstiege machten es nicht unbedingt einfacher, waren aber zumindest fr alle Teilnehmer gleich anstrengend. Nachdem ich im Vorfeld ohne groartige Tempoeinheiten zu trainieren gestartet bin, berrascht mich mein Grundspeed. Besonders positiv finde ich jedoch, dass ich in der unmittelbaren Vorbereitung und whrend des Laufes (Tapering, Ernhrung vor und whrend des Wettkampfes, Einteilung und taktische Anpassungen, …) aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt bzw. meine Vorhaben gut umgesetzt habe.
Bis ich nach dem berholen vom Catcher Car von einem Shuttlebus aufgegabelt wurde dauerte es dann leider ber 20 Minuten, was bei Wind und khlen Temperaturen dann doch sehr lange ist. Mit Iso etc. im Bus wre dieser Schnitzer noch untergangen, doch leider war es im Bus staubtrocken – bis ich beim Start und somit beim Bierfass war, vergingen insgesamt dann 70 Minuten; sehr lange nach ber 50km… Neben dem fehlenden Cola ab km 40 ist das aber auch schon die einzige Kritik an dieser Veranstaltung. Den Rest empfand ich von der Anmeldung bis zum zugeschnittenen Video perfekt und so wurde eine rmische Eins nur knapp verfehlt.


